Business Class oder: Mein Rücken ist offenbar schon weiter als ich

Im einen Moment fühlst du dich ziemlich gut. Urlaub, Vorfreude, noch längst keine 40. Im nächsten überlegst du, ob dein Rücken schon mal vorsorglich einen Platz im Altersheim reserviert hat.
So ungefähr ging es mir auf unserem Flug in die Dominikanische Republik.
Ich lag in meinem Business-Class-Sitz und dachte: Ist das die zusätzlichen Kosten wirklich wert? Die Frage hatte mich schon vor der Reise beschäftigt. Schließlich ist das Geld, das man auch für viele andere schöne Dinge ausgeben könnte.
Dann konnte ich mich ausstrecken. Meine Position verändern. Mich hinlegen.
Und mein Rücken hatte auf einmal eine ziemlich eindeutige Meinung dazu.
Zehn Stunden sitzen? Mein Rücken hätte gerne ein Gespräch.
Ich erinnere mich noch gut an einen Flug nach Amerika zur Beerdigung meines Vaters. Wir saßen in der Economy, ich zwischen Marian und einem weiteren großen Mann. Viel Platz zum Bewegen blieb da nicht. Irgendwann hatte ich solche Schmerzen, dass ich am liebsten geheult hätte.
Auch bei unserer letzten Fahrt an den Gardasee hatte ich mich schon gefragt: Wie möchte ich künftig eigentlich reisen?
Denn auf meiner Liste stehen noch viele Orte. Ich möchte die Welt sehen, unterwegs sein und etwas erleben. Gleichzeitig merke ich, dass mein Körper inzwischen andere Vorstellungen davon hat, wie wir dort ankommen sollten.
Offenbar haben wir darüber zu lange nicht miteinander gesprochen.
Was ist mir Komfort wert?
Auf diesem Flug war die Antwort für mich klar: Die Möglichkeit, mich hinzulegen und meinen Rücken zu entlasten, machte einen großen Unterschied.
Das bedeutet nicht, dass ich ab jetzt jeden Flug in der Business Class buchen werde. Aber ich möchte bei der Planung genauer hinschauen: Wie lange bin ich unterwegs? Welche Bewegungsmöglichkeiten habe ich? Und wie werde ich mich nach dieser Reise voraussichtlich fühlen?
Früher hätte ich vielleicht schneller gesagt: Wird schon gehen.
Heute möchte ich mich fragen, ob es auch gut gehen kann.
Natürlich spielt dabei das Budget eine Rolle. Der Aufpreis muss für mich zur Reise passen. Diesmal habe ich allerdings gemerkt, wie viel mir dieser Komfort auf einem langen Flug wert ist.


Noch so viel Welt auf meiner Liste
Vielleicht gehört das zu meinem persönlichen Glow-up vor 40: herauszufinden, was mir guttut, und es bei meinen Entscheidungen auch zu berücksichtigen.
Bei mir betrifft das gerade sogar einen Flugzeugsitz.
Ich will weiterhin reisen. Ich will neugierig bleiben und neue Orte entdecken. Und wenn möglich, möchte ich dort ankommen, ohne dass mein Rücken zuerst drei Tage Urlaub von der Anreise braucht.
Mit fast 40 darf ich offenbar noch viel vorhaben.
Mein Rücken möchte lediglich bei der Reiseplanung mitreden.
Mein Flug in bewegten Bildern
Weitere Einblicke von diesem Flug findest du in meinen Reels auf Instagram und TikTok.