Vielleicht brauche ich nicht mehr Ordnung. Vielleicht brauche ich weniger Dinge.

Eigentlich wollte ich für den Urlaub packen. Dafür musste ich erst einmal schauen, was Mila überhaupt noch passt. Und so wurde aus der Urlaubsvorbereitung das Ausmisten ihres Kleiderschranks.
Kinderkleidung ist da besonders ehrlich: Irgendwann passt sie einfach nicht mehr. Trotzdem bleibt manches länger im Schrank, als es gebraucht wird. Zwischen den Sachen, die noch getragen werden, hängen die, bei denen man erst einmal überlegen muss. Könnte noch passen. Vielleicht zieht sie es doch noch an. Schauen wir später noch einmal.
Und dieses „später“ bedeutet: Beim nächsten Sortieren habe ich dieselben Dinge wieder in der Hand.
Ich mag Ordnung. Ich freue mich, wenn alles seinen Platz hat und ich einen Schrank öffne, in dem ich mich zurechtfinde. Deshalb liegt der Gedanke nahe, noch einmal anders zu sortieren. Ein besseres System zu finden. Vielleicht eine weitere Box zu kaufen.
Aber auch eine schöne Box nimmt mir die Entscheidung nicht ab, was wir eigentlich noch brauchen.
Beim Ausmisten beschäftigt mich deshalb zunehmend die Menge. Jedes Teil, das bleibt, braucht Platz. Es muss eingeräumt werden, manchmal gesucht und irgendwann wieder durchgesehen. Auch die Dinge, die wir längst nicht mehr benutzen.
Vielleicht ist das der Grund, warum Aufräumen sich manchmal wie eine Aufgabe ohne Ende anfühlt.
Ich möchte weiterhin ein schönes, ordentliches Zuhause. Gleichzeitig möchte ich weniger Zeit damit verbringen, dieselben Sachen immer wieder von einem Platz zum anderen zu bewegen. Dafür muss ich beim Aussortieren genauer hinsehen: Passt es noch? Wird es getragen? Hat es in unserem Alltag noch einen Platz?
Bei Kinderkleidung lassen sich diese Fragen oft ziemlich klar beantworten. Bei meinen eigenen Dingen fällt mir das manchmal schwerer.
Und vielleicht kann ich genau dort anfangen. Eine Entscheidung treffen, die ich bisher aufgeschoben habe. Etwas gehen lassen, das ich nur noch aus Gewohnheit aufbewahre.
Ein Schrank ist ein überschaubarer Anfang. Der Gedanke dahinter beschäftigt mich auch darüber hinaus: Womit möchte ich meine Zeit verbringen – und um welche Dinge möchte ich mich weiterhin kümmern?
Was bewahrst du noch auf, obwohl du es eigentlich nicht mehr brauchst?
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